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Rezension:Leibniz (Gebundene Ausgabe)

Autor des Buches ist der bedeutendste Philosophiehistoriker des 19. Jahrhunderts Kuno Fischer (1824-1907). Er stellt darin das Leben, die Werke und die Lehre des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) vor. Herausgegeben wurde das Buch von Prof. Dr. Thomas Sören.

Das Werk ist unterteilt in drei Bücher mit verschiedenen Kapiteln und zahlreichen Unterkapiteln. Das erste Buch enthält "Leibnizens Leben und Schriften", das zweite Buch seine Lehre und das dritte Buch zeigt den Weg von Leibniz zu Kant auf.

Leibniz wurde 1676 Bibliothekar und Rat des Herzogs Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg in Hannover, später Hofgeschichtsschreiber. Er regte die Gründung der "Societät der Wissenschaften" (später preußische Akademie der Wissenschaften) in Berlin an. Leibniz war ein bedeutender Mathematiker. Er trug unabhängig von Newton entscheidendes zur Entwicklung der Infinitesimalrechnung bei und entwickelte das Dualsystem. Ferner war er Rechtsgelehrter, politischer Schriftsteller, Geschichts- und Sprachforscher. Als Techniker konstruierte er 1675 die erste Rechenmaschine mit Staffelwalzen.
Mit nahezu allen bedeutenden Gelehrten Europas stand der große Denker in regem Briefwechsel. Als Philosoph hat Leibniz ein nicht mechanisches, rationalistisch-idealistisches Denkgebäude entworfen, dass die mechanische Naturerklärung Decartes` durch die Einführung des Begriffs der Zweckursachen mit dem religiösen Glauben zu versöhnen suchte. An die Stelle der "toten" Atome setzte Leibnitz individuelle, beseelte oder "nackte", nicht ausgedehnte, äußeren mechanischen Einwirkungen unzulängliche Substanzen, deren Lebensgrund die unendliche Urmonade der Welt, die Gottheit, bilde.


In jeder dieser Monaden spiegelte sich das Weltgeschehen mit verschiedenen bewussten und unbewussten Graden der Wahrnehmung, in den nackten Monaden als Bausteinen der Materie in unbewusster Weise. Die Weltvorgänge in den einzelnen fensterlosen Monaden sollen durch einen von vornherein von Gott angelegten Gleichklang aufeinander abgestimmt sein. Die Ansicht, dass die Welt die vollkommenste aller möglichen Welten sei, benutzt Leibniz zur Rechtfertigung Gottes.


Die Frage der Leibnizschen so genannten Theodizee ist: Wie kommt es, dass in der vollkommensten aller Welten übergenug an Leiden, Unvollkommenheit und Böses vorhanden ist? Die Antwort macht u .a . deutlich, dass das Böse für ihn nur ein Mangel an Gutem sei, das von Gott im Rahmen seiner Schöpfung als Mittel der Bewährung und Prüfung eingesetzt wurde, damit schließlich auch aus ihm Gutes fließe. Ein von Gott geschaffenes Wesen muss nach der Vorstellung von Leibniz in seiner Unvollkommenheit sündigen, besonders, wenn ihm Gott die Gabe der Freiheit verliehen hat. Die Charakteristik und Kritik der Leibnizschen Lehre, sowie deren Fortbildung an dieser Stelle zu erörtern, sprengt leider den Rahmen einer Amazon-Rezension.

Rezension: Mein Leben - Suchen Werden Finden. Die Autobiografie (Gebundene Ausgabe)


Die Fernsehproduzentin, Journalistin und Bestsellerautorin Beate Wedekind kennt Karlheinz Böhm seit über 25 Jahren. Sie hat sich von ihm dessen Lebensgeschichte erzählen lassen und sie im vorliegenden Buch aufgezeichnet. Das Buch beinhaltet neben einem spannenden Text unzählige Fotos von Böhm, der am 16. März seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert hat. Bevor ich auf besagten Text näher eingehe, möchte ich mich im Vorfeld zu den Bildern äußern. Ich möchte diese keineswegs alle im Einzelnen näher beschreiben und analysieren sondern in knappen Worten auf den Punkt bringen, was mir beim ersten Durchsehen aufgefallen ist.


Böhm war ein auffallend hübsches Kind, ein sehr feminin wirkender Jüngling, ein blendend aussehender, verträumter junger Mann, mit etwas zu weich erscheinenden Gesichtszügen. Er wurde erst in den mittleren Jahren wirklich attraktiv als sein Gesicht auch Phasen des persönlichen Misserfolgs und Unglücklichseins zum Ausdruck brachte. Große Erotik gepaart mit Nachdenklichkeit tritt in den Vordergrund seit seiner Zeit als Fassbinder mit ihm drehte. Persönlichkeit, eine große Seele und Altersschönheit strahlt er heute aus, nach seinen Erfahrungen und seinem großen Engagement in Äthiopien. Dieser Mann ist in Afrika gereift.

Unter den vielen Bildern, die Böhms Leben dokumentieren, findet sich eines, das vor noch nicht allzu langer Zeit aufgenommen worden. Auf diesem Bild ist er und eine Äthiopierin mit ihrem Baby zu sehen. Böhm lächelt das Kind an, sich zu ihm beugend und streichelt es. In seinen Zügen findet sich unendlich viel Wärme und Güte. Diese Züge dokumentieren: hier hat sich ein Leben gelohnt.

Böhm wurde in Darmstadt geboren, war Sohn des berühmten Dirigenten Karl Böhm. Seine Kindheit verbrachte er in Dresden und in Kufstein, hauptsächlich wuchs er bei seiner Großmutter auf. Er war kein besonders glückliches Kind, hatte Schulprobleme, war in einem Schweizer Internat und bekennt, dass er aufgrund seiner Einsamkeit sehr unfair mit seinen Mitschülern umging. Glück hatte er, denn er schaffte es aufgrund einer klugen List sich der Musterung zu entziehen. Man liest in der Folge vom Kriegsende, seiner Zeit in Graz, seiner ersten Liebe, seinem Abitur und dem Beginn seines Studiums. Böhm schrieb sich in Germanistik- und Anglistik an der Universität in Graz ein.

1947 dann inszeniert der junge Mann am Grazer Studententheater ein Stück des indischen Dichters Tagore und arbeitet ein Jahr später bereits als Assistent des Regisseurs von Cziffra in Wien. Parallel dazu beginnt er sein Schauspielstudium. 1951 wird er seine erste Premiere in den zum Theater in der Josefstadt gehörenden Kammerspielen feiern können Von dieser Zeit und seinen ersten Filmen liest man jetzt und sieht ihn u .a . an der Seite von Hildegard Knef in einer Liebesszene im Kinoklassiker "Alraune". Es folgen Filme, wie "Salto Mortale", Der unsterbliche Lump" und andere mehr. Die Gagen waren gut. Es ging ihm prächtig. Böhm berichtet ausführlich von dem Sissi - Hype und er sagt, dass er genau diesen Filmen seine Bekanntheit verdankt, die er später für die Finanzierung seines Projektes in Äthiopien benötigte. Nach der Sissi - Trilogie spielt er in vielen weiteren Filmen, ist beliebt, hat Erfolg und heiratet mehrfach. 5 Kinder bringen diese Ehen hervor.

1961 war er in Hollywood, kehrte aber schließlich wegen mangelnder Beschäftigung nach Deutschland zurück. Nun bleiben auch hier die Filmrollenangebote aus. Der 35 jährige verfällt in Depression. Er beginnt erneut Theater zu spielen. In den 70ern dann sieht man ihn in Fernsehfilmen und in Fassbinderinszenierungen. Er trennt sich nach vier Filmen und zwei Theaterrollen von Fassbinder, weil ihm dessen Welten und Auffassungen fremd bleiben.

1981 sammelt er 1,7 Millionen DM Spendengelder in "Wetten, dass?" und gründet daraufhin am 13.9.1981 seine Hilfsorganisation "Menschen für Menschen". Er konstatiert, dass er durch die Arbeit in dieser Organisation lernte, was es " Liebe deinen Menschen wie dich selbst" im Alltag bedeutet und resümiert, wenn er in Äthiopien nicht mehr gebraucht würde, dann hätte sich sein Leben erfüllt. Über sein Engagement in Afrika, seinen Dienst an armen Menschen liest man ausführlich. Böhm spricht von der Dürre, dem Hunger dem Tod und dem was man entgegensetzen kann. Er und sein Team haben in den vergangenen Jahrzehnten unendlich vielen Menschen das Leben gerettet und tun es immer noch. Böhm lernte in Afrika seine vierte Frau Almaz kennen. Sie ist seine große Liebe. Mit ihr hat er zwei Kinder. Almaz wurde zu seiner engsten Mitarbeiterin. Gemeinsam setzten sie sich für den Bau von Krankenhäuser und Schulen ein, jedoch auch für unendlich viele andere Projekte und Innovationen.

Auf den letzten 100 Seiten liest man von Böhms humanitärem Engagement, aber auch von seinen Ehrungen und ist beeindruckt, wozu ein Mensch fähig ist, wenn er sein Ich ganz weit hinten anstellt und in erster Linie seinen Mitmenschen hilft. Am 23.11.2007 erhielt Böhm in Bern den Balzan - Friedenspreis, den höchstdotierten Friedenspreis der Welt.

Böhm ist einer der wenigen Gerechten auf dieser Erde und einer der wenigen, der es verdient hat, dass man sich voller Respekt vor ihm verneigt.

Sehr empfehlenswert!

Rezension:Agnes Bernauer: Die ermordete ,Herzogin' (Gebundene Ausgabe)

Das Leben der in diesem Buch beschriebenen jungen Frau war legendär kurz. Agnes Bernauer (um 1420-1435) war die Tochter eines Baders von Augsburg. Ob es sich um einen einfachen Barbier oder um einen Chirurg gehandelt hatte, steht dahin: er kannte jedenfalls die weltlichen Wissenschaften.

Agnes war bei einem Turnier dabei, das der Kronprinz von Bayern, Albrecht von Wittelsbach, veranstaltete. Als dieser hohe Herr sie bemerkte, entflammte Albrechts Leidenschaft. Agnes blieb tugendhaft. Sie wollte dem Prinzen erst gehören, nachdem sie die ehelichen Weihen empfangen hatte.

1432 heiratete er sie heimlich und lebte mit ihr auf Schloss Frohburg. Beide hatten nicht mit dem herrschenden Herzog gerechnet, der seinen Sohn mit der Prinzessin von Braunschweig verheirateten wollte. Albrecht gestand den heimlichen Bund. Der Herzog tobte, erreichte jedoch nichts. Um seinen Sohn zur Räson zu bringen, beleidigte er ihn, indem man ihm den Zutritt auf den Turnierplatz in Regensburg verweigerte.

Albrecht fragte nach den Gründen des Verbotes. Man antwortete ihm, dass die Rittergesetze all jenen das Turnier versagten, die mit einer Frau in Unzucht lebten. Er lehnte sich dagegen auf und beteuerte, dass Agnes seine rechtmäßige Frau sei. Man glaubte ihm nicht. Der Turnierplatz blieb ihm verschlossen.

Tags darauf ließ er unter Trompetenklängen ausrufen, dass er mit der Tochter des Baders verheiratet sei. Er machte sie zur Prinzessin von Bayern und schenkte ihr als Wohnsitz das Schloss Straubing an der Donau. Der herrschende Herzog verbarg seinen Zorn und hob seine Rache für eine günstige Stunde auf.

Als Albrecht nicht in Straubing war, nahm der Herzog Agnes im Schloss fest und schleppte sie wegen Hexerei vor das Tribunal. Hatte sie nicht den Erben von Bayern verzaubert, ihre Hexenkräfte missbraucht und ihn an sich zu binden versucht?

Agnes wurde zum Tode verurteilt und ins Wasser der Donau geworfen. Albrecht ergriff gegen Ernst die Waffen. Erst die Autorität des Kaisers Sigmund vermochte den Streit zu schlichten. Der Herzog brachte es sogar fertig Albrecht mit Anna von Braunschweig zu verheiraten.

Maria A. Panzer hat das Leben dieser jungen Frau sehr einfühlsam nachgezeichnet, deren Schicksal nicht nur Historiker inspiriert, sondern auch den Dichter Friedrich Hebbel in den Bann gezogen hat, siehe: Agnes Bernauer.

Rezension:Für die Kinder dieser Welt: Hermann Gmeiner: Der Vater der SOS-Kinderdörfer - Die Biografie (Gebundene Ausgabe)

"Die SOS-Kinderdörfer sind inmitten einer krisengeschüttelten Welt ein Lichtsignal der Hoffnung." ( Zitat: Daila Lama)

Der Journalist Claudio J. Honsal erzählt sehr berührend die Lebensgeschichte Hermann Gmeiner ( 1919-1986), dem Gründer des Sozialwerks " SOS-Kinderdorf e.V." zur Betreuung und Erziehung eltern- und heimatloser Kinder in familienartiger Gemeinschaft.

Kinderdörfer sind Einrichtungen zur langfristigen Betreuung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Herkunftsfamilien. Die Aufnahme erfolgt im Kindesalter, bei Geschwistern auch darüber hinaus. Die Betreuungsform besteht in familienähnlichen Hausgemeinschaften, die jeweils ein Haus bewohnen. Nach Anfängen bereits im 19. Jahrhundert nahm die Kinderdorfbewegung nach dem 2. Weltkrieg einen großen Aufschwung und zwar durch das große Engagement Hermann Gmeiners. Er initiierte 1949 das "Sozialwerk SOS-Kinderdorf e. V.", welches seine familiennahe Erziehung auf Kinderdörfermütter stützt. In dem Ort Imst in Österreich wurde das erste Kinderdorf gegründet. 1948 erfolgte der Dachverband der Kinderdörfer. Mittlerweile gibt es weltweit 473 Kinderdörfer.

Honsal verdeutlicht welchen Einfluss die eigene Kindheit und Jugend Gmeiners auf sein späteres humanitäres Wirken hatte. Der Bergbauernsohn wuchs als Halbwaise auf, besuchte aber trotz der schwierigen familiären Bedingungen als sechstes von neun Kindern das Gymnasium. Die Einberufung zum Militärdienst verhinderte, dass er damals auf normalem Wege sein Abitur ablegen konnte. Der zutiefst gläubige Gmeiner hatte in der Zeit davor bereits Ärger mit den Nazis, die ihn nach einigen Wochen als "subversives Element" aus der Hitlerjugend ausgeschlossen hatten.

Seine Eindrücke im Krieg und die tiefe Dankbarkeit überlebt zu haben waren wohl ausschlaggebend für das Projekt, das er anschließend ins Leben rief. Dies wird im Buch eindrucksvoll geschildert. Unmittelbar nach dem Krieg holte Gmeiner das Abitur nach, begann Medizin zu studieren und realisierte zeitgleich die Idee des ersten Kinderdorfes. Der Autor schildert diese Pionierzeit sehr plastisch, all die Schwierigkeiten, die Gmeiner hatte, der aufgrund seiner Aufgabe sein Medizinstudium abbrach, stattdessen Spendenmitglieder warb und mit viel Kraft die Realisierung seiner Vision vorantrieb.


Am 25 April 1949 hielt er die Gründungsversammlung ab und nannte als Ziele: die Errichtung eines Dorfes für Weisenkinder, die Errichtung der Einrichtung "Mutter und Kind", zum Schutz verheirateter Mütter und die Einrichtung eines "Mutterhauses", zur Ausbildung einer Schwesternschaft für soziale Arbeit. Wie es dann weiterging zunächst in ganz Österreich, später in Europa und schließlich weltweit erfährt der interessierte Leser im vorliegenden Buch ebenfalls. Honsals sensible Beschreibung der Persönlichkeit Hermann Gmeiners verdeutlicht, dass es tatsächlich Menschen gibt, die dem Guten verpflichtet sind.
Gmeiner war ein tätiger Humanist, ein Gerechter unter den Menschen.

Im Anhang kann man sich über die SOS Kinderdörfer weltweit anhand einer Liste ein Bild machen und u.a. über die Gegenwart und Zukunft von SOS -Kinderdörfern informieren.

Prof . Dr. Roman Herzog, der frühere Bundespräsident der Bundesrepublik fasst zusammen: " Hermann Gmeiner hat die Not der Waisenkinder nicht tatenlos ansehen können. Seine Idee ihnen eine Familie und ein Zuhause zu geben, ist ebenso einfach wie genial. Gerade weil sie so unmittelbar einleuchtend ist, hat sie immer mehr Unterstützer gefunden. Sie wurde zu einem Muster der Menschlichkeit."


Um Mitglied dieser wirklich wichtigen humanitären Organisation zu werden, können Sie sich an folgende Adressen wenden:

SOS- Kinderdorf E.V. Deutschland
www.sos-kinderdorf.de

SOS- Kinderdorf international
Press@sos-kd.org.


Rezension: Luciano Pavarotti (Gebundene Ausgabe)

Der italienische Tenor Luciano Pavarotti ( 12.10.1935 - 6.9. 2007) gehörte zu den führenden Interpreten seines Fachs und war besonders mit italienischen Opern, gefeierter Gast an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt, ferner war er Konzertsänger und Opernregisseur. Während seiner Hochblüte verkaufte Pavarotti doppelt so viele Tonträger wie Carreras und Domingo. Mit diesen beiden Tenören wurde er aufgrund der Konzerte, die die " Drei Tenöre " weltweit gaben zum Superstar. So erreichte das Konzert der drei Tenöre in den römischen Caracalla- Thermen bei der Fußballweltmeisterschaft 1990 etwa eine Milliarde Zuschauer.
Pavarotti trat mit vielen Popkünstlern auf und potenzierte dadurch seinen medialen Ruhm, den er innerhalb von Benefizkonzerten für Flüchtlinge, das Rote Kreuz und zur Rettung des Regenwaldes nutzte.



Thomas Reitz, Felix Scheuerflug und Edwin Tinoco haben in ihren privaten Archiven und Bildern Ausschau gehalten und ihre ganz persönlichen Erinnerungen an die Zeit mit Luciano Pavarotti zu Papier gebracht. Diese drei Personen arbeiteten eng mit dem Opernsänger zusammen. Über ihre beruflichen Tätigkeiten wird man auf der Rückseite des Buchumschlags informiert.



Eine Fülle von Fotos zeigt den Künstler bei unterschiedlichen Tätigkeiten, zeigt ihn stets mit lachenden Augen. Ein positiver, sympathischer Mensch, dessen Antlitz zwei Merkmale kennzeichnen: Freude und Güte.



Man erlebt Pavarotti als Vater, Familienmensch, Koch, Chef, Tenor, Sohn, Lehrer, Geburtstagskind, Genießer, Kollege Weltreisender, Freund, Spieler, Geschäftsmann, Modell, Fußball- und Sportfan, Visionär und UN- Sonderbotschafter, Hundeliebhaber, Rennfahrer, Sammler, Komiker, Opernstar und Pferdenarr.

Zu all diesen Funktionen erfährt man textlich Interessantes und darf sich jeweils diverser Fotos erfreuen.

Es ist unmöglich im Rahmen einer Amazon -Rezension auf die beschriebenen Funktionen näher einzugehen, aber ich möchte zwei Seiten Text wiedergeben, die viel über den Menschen Pavarotti aussagen: Zehn Dinge , die Luciano Pavarotti wirklich nicht mochte: Alle Menschen, die ihren Beruf weder mochten noch perfekt ausübten, zum Beispiel unfreundliche Kellner. Kalte Pasta, warmes Wasser Das Essen ist fertig, aber keiner sitzt am Tisch. Alle sitzen am Tisch, aber keiner fängt an zu essen, bis der letzte sein Essen hat- Pasta muss man heiß essen, also gleich, wenn das Essen serviert wird!



In der Lufthansa First Class nicht den Sitz 82 K zu bekommen. Duty - Free - Artikel , die nicht verfügbar waren. Schlechte Fahrer, die das Auto quälten, statt ihn angenehm zu fahren oder den Weg nicht kannten.

Räume ohne Klimaanlage Einen Händedruck , der einem Knochenbruch gleichkam. Rat von jemand, der nicht darum gebeten wurde.



Zehn Dinge , die Luciano Pavarotti wirklich mochte:

Seine Töchter

Geselligkeit, Freunde, Familie

Karten spielen, Poker, Briscola

Tennis spielen

Fußball spielen und mit Freunden Fußball spielen

Pferde Hunde

Schwimmen

Witze erzählen, neue Witze erzählt bekommen

Gutes Essen, Lambrusco

Sein Leben und den Sonnenuntergang auf Barbados



Der Opernsänger wusste: " Vor allem bin ich Opernsänger, so werden sich die Menschen an mich erinnern."

Das vorliegende Buch bemüht sich die vielen anderen Facetten des Weltstars aufzuzeigen für den bei allem die Familie das Wichtigste im Leben war. Ein liebenswerter Mensch. Die Fotos lassen keinen Zweifel zu.



Empfehlenswert!


Rezension: Lou Andreas-Salomé - "... wie ich Dich liebe, Rätselleben": Eine Biographie (Broschiert)

"Darin besteht die Liebe: Dass sich zwei Einsame beschützen und berühren und miteinander reden." ( Rilke)

Die Autorinnen Michaela Wiesner- Bangard und Ursula Welsch befassen sich in dieser Biographie breitgefächert mit dem Leben der Schriftstellerin Lou Andrea-Salomé (1861-1937), einer Russin französischer Abstammung. Ihr Name ist für immer mit dem Leben drei deutschsprachiger Genies- Nietzsche, Rilke und Freud- untrennbar verbunden. Die Hugenottenfamilie Salomé hatte unter Ludwig XIV Frankreich verlassen, kam nach Kurland, dann nach St. Petersburg. Lous Vater war General und ließ ihr eine sorgfältige Bildung angedeihen. Im Frühjahr 1882 stellte ihr Frau Malvida von Meysenburg Nietzsche vor - in der Hoffnung der Philosoph würden mit ihr einen Hausstand begründen.


Der Autor von " Die fröhliche Wissenschaft " hielt tatsächlich um ihre Hand an, da die außergewöhnliche Intelligenz dieser Schönheit ihn faszinierte. Es war die Zeit des großen Nietzsche- Wagner- Streits. Lou erbat sich Bedenkzeit, lehnte dann die Heirat ab und fuhr nach Bayreuth, um den " Parzifal " zu hören. Im folgenden Jahr veröffentlichte sie Im Kampf um Gott. 1887 heiratete sie in Sandpoort einen schon berühmten Asienforscher, den Professor F. C. Andreas. Ab 1894 schreibt sie in Wien ihre große Studie " Friedrich Nietzsche in seinen Werken ". Nach den Erscheinen von " Ruth " begegnet ihr 1897 in München Rilke, der damals 27 Jahre alt ist. Ihre Beziehung bleibt nicht platonisch. Zweimal nimmt sie den jungen Dichter mit nach Russland und wird mit ihm von Tolstoi empfangen.


Als Rilke 1901 eine frühere Rodinschülerin, Clara Westhoff, heiratet, wird die Liebe durch Freundschaft abgelöst. Lou übt weiterhin einen guten Einfluss auf Rilke aus, noch bis zu den letzten Tagen des Dichters. Zwei Jahre nach dem Tod des Autors der Duineser Elegien: Leipzig 1923 publiziert sie ihren " Rainer Maria Rilke". Das Werk wird von einer anderen Anhängerin des Frauenlieblings ergänzt , den " Erinnerungen an Rilke " der Prinzessin Marie de Tour und Taxis Hohenlohe. Lou haben wird außerdem " Ma ", " Erotik "," Das Haus ", " Stunde ohne Gott ", " Der Teufel und meine Großmutter ", " Rodinka " , dessen delikate psychologische Schärfe unvergessen bleibt und ihr bedeutendstes Werk " Menschenkinder " zu verdanken.
Lou Andrea-Salome bewunderte Freud, der sie eine " Versteherin par excellence " nannte, praktizierte selbst die Psychoanalyse und veröffentlichte einige wichtige Aufsätze zur Tiefenpsychologie. Aus ihrem Tagebuch " In der Schule bei Freud " erfahren wir viel über die Entwicklung seiner Wissenschaft und über seine Persönlichkeit. Lou Andreas Salome verdient mehr gelesen zu werden als Zeugin des Lebens im Geist Nietzsches, Rilkes und Freuds. Die Biographie ist eine gute Grundlage um das Werk der Schriftstellerin besser zu verstehen.


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Rezension:Mandela: Sein Leben und Wirken (DVD)


"Die größte Kunst des Lebens ist nicht den Fall zu verhindern, sondern immer wieder aufzustehen" (N. Mandela),

Diese DVD-Dokumentation befasst sich sehr kritisch mit dem Leben und Wirken Nelson Mandelas, der am 18.7.1918 in Qunu als Sohn eines Mannes geboren wurde, der der südafrikanischen Oberschicht angehörte. Weil sein Vater sich den Weißen gegenüber widerständig zeigte, verlor die Familie Rang und Besitz. Dies veränderte das Bewusstsein Nelson Mandelas.

Anhand von Bildern und Interviews wird die Entwicklung Mandelas gezeigt. Der Jurist wurde 1944 Mitglied des African National Congress (ANC). Damals scheint er noch ziemlich hitzköpfig gewesen zu sein. Nach dessen Verbot war er führend am Aufbau der geheimen Militärorganisation des ANC beteiligt.

Gezeigt werden seine Frauen, die ihn zu unterschiedlichen Zeiten in seinem schicksalhaften Leben begleitet haben. Die Bürgerrechtlerin Winnie heiratete er 1958. Mit ihr war er bis 1996 verheiratet. Ihre politischen Alleingänge kommen zur Sprache aber auch all das Fürchterliche, was sie im Gefängnis erleben musste.

Mandela wurde 1962 zu fünf Jahren Gefängnis, 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt.
Gezeigt wird, wie er vom Gefängnis aus den Kampf fortsetzt und zur Symbolfigur des schwarzen Widerstandes gegen die Apartheid wurde.

Man erlebt, wie er aus der Haft entlassen wird und wie man ihn zum Vizepräsident von Südafrika wählt, wie er auf der Seite des ANC die Verhandlungen mit der weißen Minderheitsregierung unter F. W. de Klerk führt, die das Ende Apartheit und den friedlichen Übergang der Republik Südafrika zu einer gemischtrassigen Demokratie zur Folge hatte.

Mit de Klerk erhielt er dafür gemeinsam den Friedennobelpreis. Man erlebt Mandela wie er 1994 Ministerpräsident wird, erlebt seine Gelassenheit und sein ungeheuer liebevolles Wesen. Alle weiteren Stationen bis ins Heute werden gezeigt.
Es wird auch über seine politischen Fehler gesprochen und über die sozialen Probleme in Südafrika zum jetzigen Zeitpunkt.

Bemerkenswert sind die vielen Interviews, so etwa mit Nadine Gordimer, mit de Klerk, mit diversen Mitgefangenen von Mandela und anderen mehr, vor allem mit Mandela selbst. Auf der Rückseite der DVD steht ein Zitat von ihm, das mir sehr gefällt: "Die größte Kunst des Lebens ist nicht den Fall zu verhindern, sondern immer wieder aufzustehen."

Die Bild- und Tonqualität sind bestens.




Rezension:Königin der Troubadoure. Eleonore von Aquitanien. (Taschenbuch)

Ein Leben, dem die Liebe fehlt,/ Gereicht der Welt nur zum Verdruss."

Minnelied des französischen Troubadours B. de Ventadour( 1125-1195).


Die von mir hochgeschätzte Régine Pernoud ist eine der führenden Historikerinnen Frankreichs. Ihre Bücher habe ich alle gelesen und bin vom gleichbleibenden Niveau ihrer Texte stets aufs Neue begeistert.Für das vorliegende Buch hat sie den Grand Prix Historia verliehen bekommen. Den äußerst differenzierten Betrachtungen des Lebens von Eleonore von Aquitanien, Königin von Frankreich und dann von England sind bibliographische Hinweise, eine Karte von England und Frankreich und ein Stammbaum angefügt.

Die junge Eleonore soll hübsch, klug, lebhaft, mit einer Vorliebe für Liebeslieder und Abenteuer gewesen sein. In ihrem hitzigen Blut ist sie offenbar ihrem Großvater Wilhelm dem Troubadour nachgeschlagen.Als den Herzog Wilhelm X. von Aquitanien der Tod ereilt, vermählt sich seine Tochter, um einem frühen Wunsche ihres Vaters zu gehorchen, mit Ludwig, dem Erben des Königs von Frankreich. Sie ist in jenem aufregenden, raffinierten Languedoc aufgewachsen, wo sich trotz der lockeren Sitten die asketische Lehre der Katharer verbreiten kann und ist deshalb das Gegenteil ihres Gemahls, der bereits einen Monat nach der Hochzeit die Lilienkrone trägt.

Sie ist so sinnlich und graziös wie er fromm und plump. Eleonore erträgt das gemeinsame Leben mit dem " königlichen Schreiber " fünfzehn Jahre lang. Während des zweiten Kreuzzugs, auf dem sie ihn begleitet, teilt sie ihm in Antiochos ihren Entschluss mit, sich scheiden zu lassen. " Ich glaubte einen Mann zu heiraten und keinen Mönch!" Vom Orient betört - zweifellos auch von ihrem Onkel Raimond de Poitiers und dem Mohammedaner Saladin -, denkt sie daran sich dort niederzulassen.

Aber Ludwig VII. ist keineswegs gewillt, auf diese Weise seine Frau und deren Mitgift, Aquitanien zu verlieren. Er entführt sie mit Gewalt aus Antiochos und fährt mit ihr an die Ufer der Seine zurück. Es hilft nichts. Nachdem das Konzil von Beaugency bei den Eheleuten eine Blutsverwandtschaft sechsten Grades festgestellt hatte, annulliert es am Palmsonntag des Jahres 1152 die Ehe von Eleonore und Ludwig. Aquitanien geht an ihre einstige Besitzerin zurück. Die Herzogin Eleonore ist frei. Wird sie sich erneut nach dem Heiligen Land einschiffen und zu ihren erotischen Liebschaften zurückkehren? Nein, sie hat sich in Heinrich Plantagenet, Graf Anjou, verliebt, als dieser dem König von Frankreich seine Lehenshuldigung darbrachte. Zwei Monate nach ihrer Scheidung heiratet sie ihn und schenkt ihm zur Hochzeit Aquitanien.

Ab 1154 herrscht Heinrich II. und Eleonore über England: Ihr Reich erstreckt sich von Schottland bis zu den Pyrenäen. In Wirklichkeit verwaltet Eleonore von Aquitanien allein, denn Heinrich, der in den nördlichen Marken oder in der Normandie Krieg führt, kann sich nicht darum kümmern. Zu jener Zeit lebt sie prunkvoll abwechselnd in Potiers, Niort und Bordeaux, umgeben von hübschen eleganten Damen und galanten, redegewandten Herren. Sie beschützt die Troubadoure und Gelehrte, erfindet " Kurse der Liebe " und reagiert flink bei geistvollen Spielen, verachtet darum keineswegs die Freude des Körpers. Heinrich ist weit weg und untreu, so gibt sie ihrer ungestümen Natur nach.

Sie liebt Herren, die dichten und Dichter, die keine Herren sind, darunter vermutlich Bernard de Ventadour. Sie ist Künstlerin und Liebende und betrachtet sich als Beschützerin der öffentlichen Belange.Die Herzogin Eleonore urteilt, erlässt Gesetze, unterstützt die Kommunalbewegung. Es heißt sie habe sogar ein Gesetz für Seefahrt verfasst. Im Jahre 1173 wird ihre mütterliche Leidenschaft ihr zum Verhängnis. Da sie den Aufstand ihrer Söhne Heinrich, Richard und Geoffroy gegen den Vater unterstützt hatte, lässt Plantagenet sie zuerst in einem Kloster, dann im Schloss von Salisbury festsetzen.

Erst nach dem Tode Heinrichs des II. 1189 wird sie frei. Von jetzt an wird sie bis zu ihrem letzten Atemzug alles daran setzen, die Familienangelegenheiten, also Staatsangelegenheiten, in Ordnung zu bringen. Ihren Sohn Richard I. von England hält Kaiser Heinrich VI. gefangen. Sie regiert sein Königreich und bringt dem Deutschen selber die hunderttausend Pfund, die er als Lösegeld für Richard Löwenherz verlangt.Im Jahre 1202 überquert die unbezähmbare Eleonore trotz ihres Alters die Berge. In Spanien führt sie die Verhandlungen über die Verlobung ihrer Enkelin Blanche, Tochter des Königs von Kastilien , mit dem zukünftigen Ludwig VIII. von Frankreich und setzt damit dem Krieg, den England seit fünf Jahren mit Frankreich führt, ein Ende. In der Abtei von Fontevrault, für die sie stets eine Vorliebe gehabt hatte, findet Eleonore von Aquitanien den Tod und wird dort zwischen Heinrich II. und Richard I. bestattet.

Pernoud schreibt: " Sie sieht in dem warmen Ton ihres Grabsteins nicht wie eine Tote aus. Zu ihrer Zeit kannte man ja auch noch nicht jenen groben Realismus, der in der Renaissance aufkam und die Toten gerne als Kadaver zeigte."

Recht hat die Historikerin. Eleonore sieht auf dem Rosa und Hellblau gehaltenen Grabstein wunderschön aus. In ihren Händen hält sie ein Buch, dass darauf hindeutet, das dort die Königin der Intellektuellen ihrer Zeit bestattet worden ist. Dieser Anblick in Fontevrault hat mich tief berührt.

Wie alle Bücher Pernouds zeugt auch dieses Buch vom kritischen, historischen Verstand der Autorin.

Rezension: Einstein von J. Neffe

Jürgen Neffe beleuchtet nicht wenige Facetten in Albert Einsteins vielschichtigem Leben.

Vorrangig befasst sich der Autor allerdings mit der Entwicklung von Einsteins naturwissenschaftlichem Genie. Frühe Förderung erhielt der junge Albert in seinem Elternhaus. Sein Vater besaß in München eine Firma, die sich mit Elektrizität beschäftigte und Beleuchtungsanlagen vertrieb. In dieser Firma hatte der mathematisch Hochbegabte Gelegenheit sich bereits im Kindesalter praktisch mit dem auseinanderzusetzen, was er , als Lesenarr, zuvor in der Bibliothek der Familie theoretisch an naturwissenschaftlichen Kenntnissen in sich aufgesogen hatte. Im Laufe einer zehnjährigen Lernphase hinterfragte er den Zeitbegriff nicht nur physikalisch, sondern auch philosophisch und so gelangte der spätere Professor schließlich zu seiner berühmten Formel " Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat." Über Einsteins Relativitätstheorie und dessen Quantentheorie, wie auch über seine Bemühungen eine " Weltformel " zu finden, schreibt Neffe ausführlich und durchaus transparent genug, damit selbst der Laie noch eine Idee von dem erhält, worum es dem Genie bei seinen gedanklichen Höhenflügen gegangen ist.

Über Einsteins Freunde, vor allem Michele Besso und von seinen Feinden ist die Rede. Der Nobelpreisträger kannte viele und nicht wenige drängten sich in seinen Dunstkreis. Man erfährt, dass Heinrich Mann und nicht Thomas sein Lieblingsautor war, er die Kompositionen Mozarts musikalisch am meisten schätzte und sich von Liebermann und nicht von Chagall portätieren ließ. Entschieden lehnte Einstein die These einer Spiegelung seiner Relativitätstheorie in der damals zeitgenössischen Kunst, etwa im Kubismus Feiningers, ab. Der Hobby- Geiger und Freizeit- Segler scheint gewisse Persönlichkeitsdefizite im Umgang mit Frauen gehabt zu haben. Dokumente aus seiner Ehe mit seiner ersten Frau, der Physikerin Mileva Maric lassen keinen anderen Schluss zu. Auch seine Beziehung zu seinen Kindern war schwierig. Dem Intellektuellen scheint der gefühlsmäßige Zugang zu seinen unmittelbaren Mitmenschen ein Leben lang verschlossen geblieben zu sein.

Der nicht religiöse Jude Einstein war erklärter Zionist, setzte sich für humanistische Ideen und für demokratische Strukturen in der Gesellschaft ein. Mit Walther Rathenau hatte Einstein damals engen Kontakt. Früh schon war er, nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen des ersten Weltkrieges, Pazifist geworden. Distanzierte sich jedoch , nachdem er später vom Holocaust erfuhr, vorübergehend von seinen pazifistischen Grundeinstellungen und plädierte sogar für den Einsatz der Atombombe, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Bereits 1945 allerdings kehrte er zu seiner vormaligen Friedensbewegtheit zurück, und begründete die bedeutendste Friedensinitiative der 50er Jahre mittels des Russell- Einstein- Manifestes. 
 
Vor 1933 war Albert Einstein in Berlin am ehrwürdigen Max- Planck- Institut tätig. Zu diesem Zeitpunkt war er weltweit schon eine Berühmtheit. Das hinderte die Nazis - solche gab es auch unter seinen hochkarätigen Kollegen- nicht daran, massiv gegen die Geistesgröße vorzugehen. Der Nobelpreisträger emigirierte 1933, gemeinsam mit seiner zweiten Frau Elsa , nach Princeton, in die USA. Er lehrte in den Folgejahren als Professor an der dortigen Universität. Auch in Amerika blieb der kluge Professor politisch aktiv, setzte sich für Minderheiten ein, für Gerechtigkeit, Frieden und Vernunft. Einstein blieb , wie man Neffes hervorragender Biographie entnehmen kann, ein Querkopf und ein Querdenker bis ans Ende seiner Tage, am 15. April 1955. Ein tolles Buch über den Menschen, der so gerne auf dem Templiner See gesegelt ist!

Rezension: Kant von Prof. Manfred Kühn

Wie Professor Kühn gleich zu Beginn seines Buches bemerkt, war Kants Leben äußerlich ereignisarm. 1724 in Königsberg als Sohn eines Riemermeisters geboren, besucht er das Fridericianum und studiert später Philosophie und Naturwissenschaften an der Albertina. Seinen Lebensunterhalt verdient er zunächst als Hauslehrer auf Adelgütern. Er promoviert 1755 und lässt sich als Privatdozent an der Universität Königsberg nieder. Dort erhält er 1770 eine Professur für Logik und Metaphysik, die er bis zu seinem Lebensende inne hat.

Kühn berichtet von den historischen Ereignissen zuzeiten Kants, stellt Überlegungen an hinsichtlich der Wechselwirkung zu dessen intellektuellem Schaffen. Von den in Ostpreußen einflussreichen Pietisten ist die Rede, zu denen Kant ein sehr distanziertes Verhältnis hatte, weil seine Präferenz der moralischen Autonomie des Menschen und damit der Freiheit des Willens, mit ihrem Glauben nicht vereinbar war. Der " Wolff'sche Rationalismus und die Gedanken von Leibniz werden in Kühns Betrachtungen ebenfalls nicht ausgespart.

Kant war ein geselliger Mann, hatte viele Freunde, der Ostpreuße Daniel Funk war in jungen Jahren einer von ihnen , in späteren dann war wohl der britische Kaufmann Joseph Green sein engster Freund. Mit ihnen und anderen gemeinsam verbrachte er , diskutierend, viele Stunden , liebte das schöne Leben, die Literatur, die lukullischen Freuden und kleidete sich, wie Voltaire, gerne gut. Leute allerdings, die " etwas Besonderes sein wollten, mochte er nicht." Zu seinen Schülern, die ihn auch deshalb schätzten , weil er aufgeklärt pädagogische Vorstellungen in seinem Unterricht umsetzte, zählten der spätere Theologe Herder und der Dichter Lenz. Kant schätzte im übrigen Rousseau, dessen pädagogische Schrift " Emile " er gelesen hatte und dessen Portrait, als einziges Bild in seinem späteren Haus in Königsberg hing.

Als Kant das vierzigste Lebensjahr erreichte, stellte er fest, dass man von da an einen Charakter erwirbt und dieser auf Maximen (Grundsätze)konstituiert ist. Maximen sind für ihn Grundregeln des Verhaltens und Denkens und Ausdrucksformen vernünftigen Handelns. Der Charakter ist nach Kant Ausdrucksform des Willens und um den guten Willen geht es Kant in vielen seiner Schriften. Manfred Kühn setzt sich in der Folge mit Kants umfangreichen Werk auseinander, man liest über die " Kritik der reinen Vernunft ", " Kritik der praktischen Vernunft ", " Kritik der Urteilskraft " und viele andere seiner bedeutenden Werke, so etwa auch von seinem philosophischen Entwurf " Zum ewigen Frieden ", in dem Kant eine friedliche Weltordnung im Auge hat und sich damit gedanklich abhebt von dem, was die politischen Entscheider seiner Zeit vorexerzierten. Der Philosoph schrieb sich mit Schiller und es gab eine intellektuelle Verbindung zu Fichte, der dem großen Ostpreußen viel zu verdanken hatte, allerdings aufgrund kritischer Anmerkungen dessen Zorn hervorrief.

Immanuel Kant war ein Ausnahme-Mensch, eine Person mit großem ethischen Wollen, dem wir und das macht Kühn in seiner Biographie deutlich, vieles, im besonderen die Erkenntnis des kategorischen Imperativs zu verdanken haben. Als der bedeutende Denker vor zweihundert Jahren am 12.2.1804 mit den Worten " es ist gut " verstarb, hat er der Nachwelt mit seinen Ideen den Schlüssel in die Hand gegeben zu einem wirklichen Paradies auf Erden!

Ein detailreiches, hervorragendes Buch, das sich zu lesen lohnt! Warum gibt es an dieser Stelle keine Buttons zum Abstimmen? Kunden können nur über die Rezensionen anderer, aber nicht über ihre eigenen Rezensionen abstimmen. Aus diesem Grund erscheinen die Buttons für eine Abstimmung nur, wenn Sie die von anderen verfassten Rezensionen ansehen.