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Rezension:Heldinnen - 40 Vorbilder fürs Leben (Gebundene Ausgabe) pflanzen." (Wangari Maathai)

"Was mich betrifft, so werde ich weiter Bäume pflanzen, insbesondere einheimische Arten, und womöglich werde ich Ideenpflanzen." (Wangari Maathai)

 Ist eine Frau, die etwas Außergewöhnliches leistet bereits eine Heldin? Da bin ich mir nicht so sicher. Sie kann ein Vorbild sein und dahingehend eignen sich die meisten der im Buch porträtierten Damen, insofern ist es lobenswert im Untertitel von 45 Vorbildern zu sprechen.

 Der Begriff Heldin ist nach meinem Sprachempfinden nur dann anwendbar, wenn eine Frau unter Einsatz ihres Lebens etwas ethisch Bemerkenswertes unternommen hat, das dazu diente, anderen Menschen das Leben zu retten oder wenn sie großes Leid, das ihr zu Unrecht zugefügt wurde, tapfer ertragen hat, weil die Umstände es nicht zuließen, dass sie sich zur Wehr setzte.

 In der Einleitung erfährt man, dass der Verlag Vorbilder für sein Projekt auswählte, die verschiedenen Generationen angehören und für Großmütter, Mütter sowie Töchter interessant sein könnten. Es handelt sich um Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft, Kunst, Kultur, Religion, Sport und Wissenschaft, aber auch aus der Musik-, Mode-, und Filmbranche.

Die Schauspielerin Jutta Speidel hat das Vorwort geschrieben, keine Heldin, aber ein Vorbild für junge Frauen, die den Schauspielberuf ergreifen wollen. Alle vorgestellten Damen sind bildlich dargestellt. Name und Alter werden jeweils unter dem Bild genannt. Das stets eine Seite umfassende Textporträt verrät dann mehr über die fokussierten Personen.

 Die erste Heldin aus meiner Sicht in diesem Buch habe ich auf Seite 38 entdeckt. Es handelt sich dabei um Marie-Madelaine Fourcade, eine französische Widerstandskämpferin, die die Untergrundorganisation "Alliance" anführte, der 3000 Franzosen angehörten.

Die jüdische Tagebuchautorin Anne Frank, deren Versteck vor den Nazis verraten wurde und die man in einem Konzentrationslager ermordet hat, ist eine Heldin und natürlich ist die Widerstandskämpferin Sophie Scholl eine solche. In meinen Augen ist sie sogar die größte Heldin des letzten Jahrhunderts. Der Mut dieser Frau fasziniert mich immer wieder. Deshalb auch werde ich demnächst "Die Weiße Rose" von Frank Sturms lesen und rezensieren, ein Buch, das bereits auf meinem Schreibtisch liegt.

 Vorbilder sind wirklich alle Frauen in diesem Buch, wobei mich die eine oder andere Frau natürlich mehr beeindruckt. So etwa Wangari Maathai. Sie war die erste Frau in Kenia, die promovierte, wurde ein Jahr später die erste Professorin für Veterinäre Autonomie in ihrem Fachbereich und gründete 1977 das "Green Belt Movement" (Bewegung Grüner Gürtel), die es sich zur Aufgabe machte, durch das Anpflanzen von Bäumen der Rodung und Versteppung entgegenzuwirken, (vgl.: S.64). Prof. Dr. Maathai hat vielen armen Frauen dazu verholfen, eine Verdienstquelle zu finden, und erhielt als erste afrikanische Frau 2004 den Friedensnobelpreis. Das lebensgefährliche Engagement dieser Umweltaktivistin, die von den korrupten Machthabern Kenias immer wieder ins Gefängnis gesteckt wurde, lässt sie über das reine Vorbild hinauswachsen und macht sie zu einer Heldin.

 Auch Mutter Theresa ist Vorbild und Heldin zugleich. Was sie für die Leprakranken in Kalkutta unter Einsatz ihres Lebens getan hat, führte dazu, dass man der Papst sie selig sprach.

 Für Menschen, die ihr erstes Buch schreiben, ist J.K. Rowling ein großes Vorbild. Zwölf Verlage lehnten das erstes Buch der damals fast mittellosen jungen Mutter ab, die aufgrund ihrer Publikationen in den letzten beiden Jahrzehnten zu einer der reichsten Frauen Europas wurde.

 An eine Sache zu glauben, durchzuhalten, sich nicht beirren zu lassen und Anfechtungen zu widerstehen gehört zum Grundverhalten von Menschen, die durch ihre innere Stärke andere mittels ihres Anliegens entzünden können. Über solche Menschen mehr zu erfahren und mit Freunden darüber zu reden, halte ich für sinnvoll und motivierend.

 Auf den letzten Seiten können Fotos von einer persönlichen Heldin eingeklebt werden, etwa von der eigenen Großmutter oder Mutter. Dazu kann man auch ein paar nette Zeilen verfassen und das Buch zum Geburtstag oder vielleicht auch am Muttertag an entsprechende Personen verschenken.

Wollen wir nicht um Begriffe beckmessern. Die im Buch vorgestellten Damen sind es Wert, dass man sich mit Ihnen näher befasst. Empfehlenswert.

PS: Das Buch verschenke ich morgen an die 14 jährige Tochter meines Cousins. Ich bin schon jetzt neugierig, welchen Vorbildern sie nachstreben wird. 

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